Paneldiskussion 17.09.2026

Aufmerksamkeit erzielen im Information Overload

Zur Einführung schilderte Tobias Blaurock (Blaurock Markenkommunikation, Moderation) Beispiele für Werbeaktionen, die weltweite Aufmerksamkeit und Werbewirkung erreicht hatten, verwies auf die Übersättigung durch die Sozialen Medien und leitete ein:„Viralität allein ist keine Marketingstrategie. Was muss eine Marke heute tun, damit Menschen nicht nur erreicht werden, sondern sich mit ihr beschäftigen?“

Anschließend folgten die kurzen Impulsvorträge der Podiumsgäste, die pointiert die jeweilige Sicht aus ihrer Profession darstellten. Schnell wurde deutlich, wie unterschiedlich die Perspektiven im Wettbewerb um Aufmerksamkeit heute ausfallen.

Stefan Birnbaum (SachsenMedien) gab Einblicke in die Medienwelt und zeigte auf, wie sich Reichweiten, Mediennutzung und die Anforderungen an Inhalte in den vergangenen Jahren verändert haben. In seinem „Plädoyer für eine verlässliche Reichweite“ hob er die „Bedeutung glaubwürdiger journalistischer Angebote als Werbeumfeld in Print und Digital“ hervor.

Franziska Bücker und Marleen Hoffmann (Oberüber Karger) beleuchteten die Rolle von Strategie, Kreation und Storytelling. In ihrem Impuls machten sie am Beispiel des Feralpi-Stahlwerkes in Riesa deutlich: „Reichweite braucht Relevanz, Botschaften brauchen Konsistenz und Kommunikation braucht Steuerung.“

Florian Kneffel (Cromatics) brachte die Perspektive kreativer Markeninszenierung ein. Es sei wichtig, Kontrolle abzugeben, um Aufmerksamkeit bei der „Stilgruppe“ erzeugen zu können. „Relevanz ist die Schnittmenge zwischen markenzentriertem und nutzerzentriertem Content. Denkt wie Marketingverantwortliche, handelt wie Creators!“

Martin Waage (OberüberKarger) machte deutlich, dass man nicht laut sein muss, aber authentisch. Auch wenn das Marketing-Team noch so klein sei, sollte man für die Sache brennen. KI helfe uns, aber entscheidend bleibe der Mensch: „Prompten ist Handwerk, Bearbeiten Pflicht, Verantwortung bleibt!“

Der Medienforscher Peter Stawowy startete angesichts der Zunahme von Wut, Hass und KI-Slop in den „sozialen“ Medien kontrovers mit „Social Media ist tot“. Seine Ausführungen regten dazu an, Aufmerksamkeit nicht nur als Reichweitenkennzahl, sondern auch als Verantwortung im öffentlichen Diskurs zu verstehen.

Im anschließenden Podiumsgespräch trafen die unterschiedlichen Sichtweisen aufeinander. Die Vielfalt machte die Diskussion besonders spannend. Die Gesprächspartner diskutierten kontrovers und konstruktiv über die Auswirkungen von Social Media, den zunehmenden Einsatz von KI-generierten Inhalten sowie die Frage, welche Kommunikationsformen künftig noch Vertrauen schaffen können. Chancen neuer Technologien wurden ebenso beleuchtet wie deren Risiken für Glaubwürdigkeit und Informationsqualität. Deutlich wurde, dass es kein Patentrezept für Aufmerksamkeit gibt. Einig waren sich die Podiumsgäste jedoch darin, dass Authentizität, Relevanz und ein echtes Verständnis der Zielgruppen wichtiger sind denn je.

Auch das Publikum brachte sich mit Fragen, eigenen Erfahrungen und zusätzlichen Perspektiven aktiv ein. Es entwickelte sich ein abwechslungsreicher Austausch, der weit über klassische Marketingfragen hinausging und viele Denkanstöße für die tägliche Kommunikationsarbeit lieferte. Am Buffet wurde angeregt weiterdiskutiert. Die unterschiedlichen Podiumsbeiträge boten reichlich Gesprächsstoff und sorgten für einen lebendigen Austausch unter den Gästen.

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